Aktuelle Live-Reviews

Live-Berichte:


25.09.2015 Summer Breeze 2015-Bericht
27.08.2015 Wacken Open Air 2015-Bericht
28.07.2015 Bang Your Head 2015-Bericht


15.09.2014 Summer Breeze 2014-Bericht
23.08.2014 Wacken Open Air 2014-Bericht
18.08.2014 Bang Your Head 2014-Bericht


05.09.2013 Summer Breeze 2013-Bericht
21.08.2013 Wacken Open Air 2013-Bericht
27.07.2013 Bang Your Head 2013-Bericht


08.09.2012 Summer Breeze 2012-Bericht
13.08.2012 Wacken Open Air 2012-Bericht
25.07.2012 Bang Your Head 2012-Bericht


10.09.2011 Summer Breeze 2011-Bericht
16.08.2011 Wacken Open Air 2011-Bericht
29.07.2011 Bang Your Head 2011-Bericht


08.09.2010 Metallic Noise 2010-Bericht
26.08.2010 Summer Breeze 2010-Bericht
20.08.2010 Wacken Open Air 2010-Bericht
24.07.2010 Bang Your Head 2010-Bericht


28.08.2009 Summer Breeze 2009-Bericht
17.08.2009 Wacken Open Air 2009-Bericht
29.07.2009 Wacken Rocks South 2009-Bericht
28.07.2009 Magic Circle Festival 2009-Bericht
27.07.2009 Bang Your Head 2009-Bericht


20.08.2008 Wacken Open Air 2008-Bericht
30.07.2008 Magic Circle Festival 2008-Bericht
30.08.2008 Summer Breeze 2008-Bericht
18.07.2008 Bang Your Head 2008-Bericht


11.09.2007 Summer Breeze 2007-Bericht
01.09.2007 Wacken Open Air 2007-Bericht
13.08.2007 Earthshaker Fest 2007-Bericht
21.07.2007 Magic Circle Festival 2007-Bericht
30.06.2007 Bang Your Head 2007-Bericht


14.10.2006 LIVE: SATYRICON, DARK FORTRESS
18.09.2006 Summer Breeze 2006-Bericht
09.09.2006 Wacken Open Air 2006-Bericht
13.08.2006 Earthshaker Fest 2006-Bericht


16.09.2005 Summer Breeze 2005-Bericht
03.09.2005 Wacken Open Air 2005-Bericht
13.08.2005 Earthshaker Fest 2005-Bericht
05.08.2005 Bang Your Head 2005-Bericht
07.06.2005 LIVE: LAIBACH


12.10.2004 Summer Breeze 2004-Bericht
01.09.2004 Wacken Open Air 2004-Bericht
29.07.2004 Bang Your Head 2004-Bericht


12.09.2003 Summer Breeze 2003-Bericht
22.08.2003 Wacken Open Air 2003-Bericht
28.07.2003 Bang Your Head 2003-Bericht


01.09.2002 Summer Breeze 2002-Bericht
19.08.2002 Wacken Open Air 2002-Bericht
11.07.2002 Bang Your Head 2002-Bericht
21.02.2002 LIVE: DREAM THEATER, PAIN OF SALVATION


21.08.2001 Wacken Open Air 2001-Bericht
17.07.2001 Bang Your Head 2001-Bericht
28.06.2001 With Full Force 2001-Bericht

  • WACKEN OPEN AIR 30.07.-01.08.2015

  • 20. BANG YOUR HEAD - 16.07.-18.07.2015 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2014 - 13.-16.08.2014 - DINKELSBÜHL

  • 25. WACKEN OPEN AIR - 31.07.-02.08.2014 - WACKEN

  • 19. BANG YOUR HEAD - 18.07.-19.07.2014 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE - 15.08.-17.08.2013 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR - 01.08.-03.08.2013 - WACKEN

  • BANG YOUR HEAD - 12.-13.07.2013 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE - 16.-18.08.2012 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR 2012 - 02.-04.08.2012

  • BANG YOUR HEAD 2012 - 12.-14.07.2012 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2011 - 18.-20.08.2011

  • WACKEN OPEN AIR 2011 - 04.-06.08.2011

  • BANG YOUR HEAD 2011 - 14.-16.07.2011 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2010 - 19.-21.08.2010 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR 2011 - 05.-07.08.2010 - WACKEN

  • BANG YOUR HEAD 2010 - 15.-17.07.2010 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2009 (13.-15.08.2009, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR 2009

  • BANG YOUR HEAD 2009

  • SUMMBER BREEZE (14.-16.08.2008, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR (31.07.-02.08.2008, Wacken)

  • BANG YOUR HEAD 2008 (27.-28.06.2008, Balingen)

  • MAGIC CIRCLE FESTIVAL, 09.-12.07.2008, Bad Arolsen

  • SUMMER BREEZE (15.-18.08.2007, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR (02.-04.08.2007, Wacken)

  • Der Magic Circle Festival 2007-Bericht (07.07.07, Bad Arolsen)

  • Der Bang Your Head 2007-Bericht

  • SATYRICON, DARK FORTRESS (13.09.2006, Bochum Zeche)

  • SUMMER BREEZE 2006

  • WACKEN OPEN AIR 2006

  • EARTHSHAKER FEST 2006

  • Der Summer Breeze 2005 Bericht

  • Der Wacken Open Air 2005-Bericht

  • Der Earthshaker Fest 2005-Bericht

  • Der Bang Your Head 2005-Bericht

  • LIVE: LAIBACH (Köln Kantine, 26.05.2005)

  • Der Summer Breeze 2004 Bericht

  • Der Wacken 2004 Bericht

  • Der Bang Your Head 2004-Bericht

      Man glaubt ja gar nicht wie schnell die Zeit vergeht. Eben war das Bang Your Head noch ein Hallenfestival, da wird es auch schon wieder neun Jahre alt. Die Bandauswahl ließ auf einige überraschungen hoffen, die auch tatsächlich eingetreten sind. Bands, mit denen man schon gar nicht mehr gerechnet hatte, waren viel besser als erwartet. Nicht alltäglich und mutig zugleich, mit MAGNUM, QUEENSRYCHE, ANGEL und SEBASTIAN BACH gleich vier Bands zu präsentieren, die schon seit Jahren die besten Zeiten hinter sich haben. Doch: unverhofft kommt oft. Und so fing es an:

      - Unter aller Sau
      * Bescheiden
      ** Mäßig
      *** Gut
      **** Sehr gut
      *****Außerirdisch


      Freitag:

      CAGE kommen aus den USA und hatten erst ihren zweiten Auftritt in Deutschland. Mit den beiden letzten der insgesamt drei Alben hatte man sich allerdings bereits einen eingeschworenen Fankreis erkämpft, befinden sich auf "Astrology" und dem noch brühwarmen Nachfolger "Darker Than Black" doch so einige Powergranaten der ersten U.S.-Metalliga. Der Kreis um die Bühne war demzufolge noch etwas überschaubar, aber das störte erstmal niemanden. Auf den Schlag um 10h röhrte Sean Peck mit Band los und hatte hörbar Spielfreude, aber nicht den besten Tag. Der kaum zu vernehmende Gitarrensound und die insgesamt etwas matschige Abmischung nahmen dem sehr guten Songmaterial, welches stellenweise immer wieder an 80er JUDAS PRIEST erinnert, leider einiges von ihrer Durchschlagskraft. Auch gab es fast nur Lieder des aktuellen Albums. Macht aber nichts, denn Reißer der Marke "Kill The Devil", "Chupacabra", "Blood Of The Innocent" oder "Secrets Of Fatima" konnten auch ohne Perfektion bestens bestehen. CAGE stehen mit ihrem neuen Album kurz vor dem großen Sprung. Hoffentlich wird man noch viel von ihnen hören. ***

      Eine ganz andere Ausgangsposition hatten die ebenfalls aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten angereisten RUFFIANS, welche sich bereits 1985 mit einer legendären EP in die ewigen Annalen des Heavy Metal schrieben, danach aber sang- und klanglos verschwanden. 19 Jahre mußten die Fans warten, um diese Band auch in Europa bewundern zu können. Im Line-Up von 1986 (Frontmann Rich Wilde ersetzte kurz nach der EP Carl Albert (VILLIAN, VICIOUS RUMORS - R.I.P.) gab es stilgerecht Spandexhosen und uralte Metal-Shirts zu bewundern, sprühte die Band Funken vor Freude und Agilität. Rich Wilde lag quasi auf einer Welle mit dem großen Vorgänger und man musste schon sehr genau hinhören, wollte man behaupten, er reiche an Carl Albert nicht heran. Inzwischen war auch der gute Mensch am Mischpult aufgewacht, so dass sich der Sound bereits fast auf gutem Niveau einpendelte. Neben den Stücken der EP gab es auch so manch ältere Teile vom 1987er Demo. Diese Songs veröffentlicht Hellion Records übrigens dieser Tage als Bonus zur fein geremasterten EP. Leider nur auf Vinyl. Die CD enthält dafür unerhört geiles Livematerial. Am besten beides kaufen! ****

      SHOK PARIS machten anschließend das USA-Tripple komplett und knüpften stilistisch als auch historisch gesehen nahtlos an die RUFFIANS an: noch nie auf Deutschen Bühnen zu sehen, hielt man es auch kaum noch für möglich, dass es je anders sein würde. Im Gegensatz zu Letzteren haben die Jungs um Sänger Vic Hix (die Bretter stöhnten und ächzten bereits unter seinem Gewicht) jedoch bereits drei Alben in petto und konnten somit gar nicht erst alle Kultsongs abspulen. Der dicke Mann hüpfte im Army-Outfit wie ein Berserker über die Stage, Klassiker mit Namen wie "Never Say Why", "Go Down Fighting", "Hot On Your Heels" oder der tödlichen Hymne "Steel And Starlight" gottgleich einem staunenden Publikum vorzuexerzieren. Sie hatten nichts verlernt. Auburn Records veröffentlichen gerade die ersten beiden Klassiker "Go For The Throat" und "Steel And Starlight" feinstens geremastert auf CD. Abgreifen ist da Pflicht. ***

      Lenny Wolf machte anschließend mit seinen KINGDOM COME, welche sich mit schwer nach LED ZEPPELIN klingenden Stücken Ende der 80er in den USA gleich Millionen von Fans erspielten, gleich zwei große Fehler: zu einem klang er wirklich fürchterlich, wofür er aber dank einer nervigen Grippe nichts konnte. Zum anderen allerdings spielte er lieber massenweise eher fade Nummern seiner aktuellen Alben anstatt wie es sich für ein Festival gehört auf ein Best-Of Set zu konzentrieren. Ein gutes Repertoire haben KINGDOM COME nämlich allemal. Schade, wenn man Hits wie "Do You Like It", "Get It On" oder "Twilight Cruiser" in der Mottenkiste lässt und lieber seichten Elektro-Rock vorführt. Nur zwei alte Stücke ("Living Out Of Touch" und "Should I" schafften es in die Setlist. Dazu wie gesagt eine schiefe Stimme und die alten Fans gingen lieber ein Bierchen auf dem Zeltplatz trinken. Es waren jedoch trotzdem noch genug mitleidige Fans da, doch auch deren Stimmung steigerte sich erst gegen Ende. Schade. Der erste Tiefpunkt des Festivals. *

      Schwenken wir nach England: der ehemalige IRON MAIDEN Frontmann Blaze Bayley stürmte mitsamt Band (die er mittlerweile so ziemlich komplett gegen schlechtere Musiker ausgetauscht hatte) die Bühne und sang wie er es immer tut. Nämlich hundertmal besser als auf jedem Studioalbum. Faszinierend. Die Songauswahl, die ihr Hauptprogramm auf's neue Album "Blood & Belief" setzte, hatte einige Schwächen die offen legten, dass die letzten beiden Veröffentlichungen doch weit hinter dem beachtlichen Debüt "Silicon Messiah" lagen. Hier stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit dieser Solo-Karriere, denn ein wirklich gutes Album sind zwei zu wenig, um langfristig die größtenteils von IRON MAIDEN mitgebrachten Fans zu halten oder gar neue auf Festivals wie diesem hier anzuwerben. Mit "Man Of The Edge" gabs dazu leider auch nur ein Stück der Eisernen Jungfrauen und somit bleibt gegenn Ende der Vorstellung die Erkenntnis zurück: charismatischer Mann mit guter Livestimme, mittelmäßiger Begleitband und einer Zukunft, die im Nebel liegt. **

      PRIMAL FEAR aus dem Schwabenländle sind dann auch wieder so eine Vorführkapelle aus dem Heavy Metal Malbuch: etwas peinliches Debüt, geniales Zweitwerk "Nuclear Fire" und dann immer stärker abbauen. Das Publikum sah dies etwas anders und war zahlreich und willig viel Applaus zu spendieren. Der Sound war hervorragend, Ralf Scheepers zeigte sich in Hochform und katapultierte Wurfgeschosse wie "Metal Is Forever", "Nuclear Fire", "Chainbreaker" oder "Running In The Dust" in die Menge. Ein respektabler Auftritt, der den etwas biederen Beigeschmack von deutschem 08/15 Metal aber nicht verbergen konnte. **

      Dreimal Mittelmaß nacheinander. Kein gutes Aushängeschild für "Good old Europe". Gut, dass ANTHRAX kamen und wieder für Qualität sorgten. Warum diese jedoch vor den Bodomsee-Kindern und vor GOTTHARD auftreten mußten, das wusste nur der Wind. Und die Veranstalter. Scott Ian und John Bush präsentierten mit dem ARMORED SAINT-Mitglied Joey Vera Ersatz am Bass für den ausgestiegenen Frank Bello und sorgten quasi vom ersten Moment an für einen lange währenden Mosh im Pit. Dabei zeigten sie auch, dass man beliebige Stile ihres Schaffens bestens miteinander kombinieren kann und so fing es mit "N.F.L." an, ging über "Got The Time", "Fueled" und "Caught In A Mosh" weiter zu "Safe Home", die Punkhymne "Antisocial" geschmackvoll ins Mikro rotzend als perfekte überleitung zu "What Doesn't Die". Gegen Ende gab es den berüchtigten Besuch im "Madhouse" und vor dem "Among The Living"-Kracher "Indians" ein wenig "Be All, End All". So und nicht anders hat ein Festivalauftritt auszusehen. Gelle Mr. Wolf? ****

      Nach soviel Old-School folgte mit den Finnen CHILDREN OF BODOM die erste Band der noch viel härteren Gangart. Die Melodic-Deather waren zusammen mit den Thrashern TESTAMENT eindeutig das gröbste auf dem ansonsten eher traditionell ausgelegten Billing. Die passten jedoch genauso gut dazu wie ANGEL oder ALICE COOPER. Und das lag natürlich am herrlich genialen Songmaterial: "Needled 24/7", "You're Better Off Dead", "Sixpounder", "Everytime I Die" und massig weiteren Hits vom Fließband. Während man bei einigen anderen Kapellen lieber nichts vom aktuellen Album hören will, konnte man hier gar nicht genug von haben. Um diese Stärke wußten auch Alexi Laiho und der Rest der Band. Warum plötzlich so viele Mädels auf der Bühne standen, wußte jedoch erstmal niemand. Tobi Sammet war jedenfalls nicht anwesend ;) ****

      GOTTHARD, deren Name einst nicht nur für den berühmten Berg ihres Heimatlandes, sondern auch für harten Rock stand, durften die Fans zu QUEENSRYCHE, dem ersten Headliner des Tages aufheizen. Dabei war aufheizen aber saftig übertrieben. Nach den beiden wirklich rockenden Eröffnern "Standing In The Light" und "Make My Day" verflachte der Gig anschließend zusehends in immer seichtere Gewässer aktuellen Songmaterials. Highlights wie "Firedance" und das gelungene DEEP PURPLE-Cover sorgten für ordentlich Stimmung vor der Bühne, der Sound war hingegen etwas matschig. Und das Gros der Musik auf die Distanz gesehen eindeutig zu poppig. Nichtmal die SCORPIONS haben sich auf dem BYH getraut soviel Aufzugmusik an einem Stück zu spielen. Sie konzentrierten sich auf ihre Stärken und spielten knallige Versionen alter Klassiker. GOTTHARD hatten diese Chance verpasst. *

      QUEENSRYCHE. Die Band, die mit ihrer Debüt-EP und den darauffolgenden vier Alben Klassiker an Klassiker reihte. Die Band, die anschließend zur Erkenntnis kam, dies alles wäre gequirlte Metal-Kacke und fortan nur schwer verwertbaren Restmüll fabrizierte. Niemand wußte vor diesem Open Air, was ihn erwarten würde. Manch einer es wollte im Vorfeld erst gar nicht wissen und lieber am Campingplatz ein, zwei, acht Bierchen kippen. Doch kaum dass das Festival begann, kursierten Gerüchte bis in die hintersten Winkel der noch so abgelegenen Zeltplätze. Sie spielen das komplette "Operation: Mindcrime"-Album hieß es. Die einen fassungslos vor Glück, die einen ungläubig bis zum Schluß. Doch es kam so. Es kam tatsächlich so! "I Remember Now", "Anarchy-X", "Revolution Calling", "Operation: Mindcrime", "Speak", "Spreading The Disease", "The Mission", "Suite Sister Mary", "The Needle Lies", "Breaking The Silence", "I Don't Believe In Love", "Eyes Of A Stranger". Diese Songs muß man unkommentiert stehen lassen. Die anzutasten wäre Gotteslästerung. Neben Geoff Tate gab es auch den weiblichen Gegenpart Pamela Moore zu bestaunen, die eine astreine Gesangsleistung ablieferte, während die von Geoff Tate hingegen streckenweise etwas zu routiniert wirkte. Oder soll ich lieber sagen: gelangweilt? Man hatte stellenweise den Eindruck, die Band spielt hier weil sie Geld braucht und nicht, weil den älteren Herren auf der Bühne plötzlich eingefallen ist, dass ihre alten Stücke wirklich genial wären. Sie sind es, aber ihre eigenen Verfasser wollen es nicht mehr wahr haben. Das alles ändert aber nichts daran, dass man es über weite Strecken der Aufführung schaffen, diesen ab und an durchsickernden Eindruck gut zu kaschieren und für ordentlich Stimmung im Publikum zu sorgen. Dieses nahm das Feuerwerk an alles sprengenden Klassikern gerne in sich auf und wollte mehr. Die Zugabe gabs mit der Schlagsahne "Take Hold Of The Flame" vom eigentlich noch genialeren Album "The Warning". Der Sound hätte besser sein können. Das Songmaterial aber kaum. Mit einer Träne im Auge: Amen. ***(*)

      Mit seinen stolzen 56 Jahren rockte zum Abschluß des ersten Abends Kult-Schocker ALICE COOPER die Bretter. Brach gleich zu Beginn mit "Hello Hooray" und "No More Mr. Nice Guy" das Eis und heizte und heizte. Und verheizte leider auch etwas. Nämlich zu viele unbekannte oder schwache neuere Stücke. Zwischen rar gesäten Smashern der Top-Liga ("I'm Eighteen", "Under My Wheels", "Poison") gab es neben Langeweilern wie "Between Highschool & Old School" vorallem viel Unbekanntes der Marke "Muscle Of Love", "Sick Things" oder "Backyard Brawl". Viele der 70er Stücke waren dem etwas jüngeren Metal-Publikum gänzlich unbekannt. Auch die Showeinlagen waren schonmal um so einiges überzeugender, wenn gleich es eine Menge davon gab (ne Schlägerei, ein Schwertduell usw.). Immerhin: alte und neue Songs aus allen Zeitepochen fügten sich weitgehend nahtlos ineinander zu einer friedlichen Co-Existenz. Was bleibt: ein quietschfideler Alice Cooper samt nicht minder motivierterer Begleitband mit so illüsteren Namen wie Ryan Roxie oder Eric Dover, eine gute (aber nicht überragende Show) und ein äußerst durchwachsenes Repertoire. Was hat der Mann nicht alles an Hits fabriziert. Alle zuhause gelassen, in der guten alten Mottenkiste. Schade. Hätte er sie mitgebracht, die wäre ein Highlight neben der legendären Schlange gewesen. Und wo war die Guillotine? Man kann eben nicht mehr alles haben, heutzutage... das Publikum sah's ähnlich und gähnte desöfteren lieber, anstatt zu applaudieren. Wenigstens "School's Out" hatte es noch ins Programm geschafft. **

      Samstag:

      Zehn Uhr Morgens, der Schädel brummt. Doch eine beachtliche Anzahl von Metal-Warriors hat bereits vor dem Schlachtfeld Bühne Stellung genommen und ist bereit für True Metal-Hymnen der teutonischen Sword, Blood, Steel and other Heavy Minerals-Liga. Bewaffnet mit Bier, Met und einer Kutte of Steel, Steel and Steel. Krupp-Steel! 10 vor 10 und somit früher als geplant ruft Fronthüne Tarek Maghary die Horden zur Schlacht. Zuerst mit einem "Heavy Metal Battlecry", dann mit einem "Keep It True", einem "Hail The Majesty" und einem "Reign In Glory". Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie mit ihrem Metal eines Tages in einem Stadion. Hail And Kill! Achne, das waren andere... gelungener Auftakt für die undankbare Aufgabe des Samstags-Eröffner! ***

      Danach durfte Tausendsassa Tom Gattis ran. Trotz guter Alben en Masse ward ihm bis dato der Durchbruck verwehrt. Weder DEUCE, TENSION noch WARDOG konnten groß was reißen und ich wage leise zu bezweifeln, ob sich das mit BALLSTIC ändern wird. Zu wünschen wäre es ihm, denn das Songmaterial schließt nahtlos an beste TENSION und WARDOG-Zeiten an. Unterstützt von Frontmann Tony Taylor (TWISTED TOWER DIRE) und Drummer Rikard Stjernquist (JAG PANZER) sowie Petito Petev (neben Tom zweiter Gitarrist) und Tim O'Connor (Bass/ex-TENSION) spielte sich das charismatische Stehaufmännchen zu tödlichen Kanonensalven mit Namen "Collision Curse", "Call Me Evil" und "Wrecking Crew" in einen wahren Rausch. Das größtenteils noch vom vorhergehenden MAJESTY-Gig stehengebliebene Publikum war schier beeindruckt und gab mehr als nur Höchlichkeitsapplaus. Sie zeigten ihm alle ihre Pommesgabel! Hail Tom Gattis! Hail BALLISTIC! ****

      Anschließend waren ANGEL an der Reihe. Und keine alte Sau kannte sie. ANGEL kommen aus den tiefsten Siebzigern und spielten in dieser Zeit Hardrock in der Härteskala von KISS, als deren Gegenstück sie damals aufgebaut wurden. ANGEL konnten jedoch weder gegen die Vermarktung von KISS anstinken, noch schafften sie es derart große Hits zu fabrizieren. In den 80ern verabschiedeten sich die Amis mit überflüssiger Fahrstuhlmusik und wurden fortan nicht mehr gesichtet. Bis heute. ANGEL fuhren eine sehr gute und auf Minimal-Effekte ausgelegte Show auf, die sich stimmig in die teilweise epischen, teilweise direkteren Songs einfügte und somit eine ganz eigene Stimmung schufen, die stellenweise sogar an 70er Bombastrockbands erinnerten. Neben ihren besten Songs "Rock & Rollers", "Tower" und Broken Dreams" hatten ANGEL jedoch zuwenig herausragende Songs im Gepäck, was aber diesmal daran lag, dass sie einfach keine besseren haben. Fazit: sehr guter Auftritt, dem es an den "Großen Songs" fehlte. **(*)

      Danach wurde es heilig. HEILIG! OMEN kamen, sahen und siegten. Und wer die ersten drei Veröffentlichungen dieser U.S.-Metal Vorkämpfer nicht im Regal hat, hört nicht Metal. Ich sag nur: "The Axeman", "Death Rider", "Dragons Breath", "In The Arena", "Battle Cry", "Die By The Blade", "Warning Of Danger", ... muß ich mehr sagen? MUSS ICH MEHR SAGEN?!? HEILIG! Dazu passend präsentierte sich die Band in Höchstform, der Sound war glasklar und Frontmann Kevin Goocher schaffte das ungeheuerliche: man merkte kaum, dass da NICHT J.D. Kimball (R.I.P.) am Mikro stand. Faszinierend! Als ob das nicht schon gewaltig genug wäre, widmete er am Ende des Auftritts das gesamte Konzert auch noch seinem großartigen Vorgänger. HEILIG! Ich bin unwürdig! Wir alle sind unwürdig! *****

      LILLIAN AXE sind ein weiteres Beispiel dafür, wie viele Perlen man vor die Säue werfen kann. Vier gigantische Melodic-Alben die man besser einfach nicht machen kann. In ihrer Heimat immerhin Achtungserfolge, in Europa auf ganzer Linie ignoriert. Eine Schande. Eine große Freude hingegen, dass die Band nochmal dazu überredet werden konnte in Europa aufzutreten. Zu ihrem leider letzten Auftritt mit Frontmann Ron Taylor. Dieser warf aufgrund dieser penetranten Erfolglosigkeit entnervt das Handtuch. Auch der phänomenale Auftritt auf dem Bang Your Head konnte ihn da nicht mehr umstimmen. Waren es anfangs noch nicht allzu viele, die sich da vor der Bühne einfanden, wurden es mit jedem Song immer mehr. Und mehr. Und mehr. Kein Wunder: zeitlose Klassiker vom Schlage "All's Fair In Love And War", "The World Stopped Turning", "Deepfreeze", "Crucified" oder "Mercy" gaben sich die Klinke in die Hand und ich bin mir ganz sicher, dass LILLIAN AXE an diesem Tag eine Menge neuer Fans gewonnen haben. ****

      Ein Herzinfarkt von Gitarrist Tony Clarkin verhinderte damals den geplanten Auftritt von MAGNUM in Balingen. Jetzt holten sie ihn nach. Bob Catley und Co. fuhren eine perfekte Greatest Hits-Show auf, die leider viel zu kurz war, um alle großen Hits vorzutragen. Ein Statement mit Ausrufezeichen für den Besuch der folgenden Tour war es allemal. Magisch von der ersten Minute an mit "All England's Eyes" gibt es über "How Far Jerusalem", "Les Morts Dansant" zu "Vigilante" und "Back Street Kids" weiter. Dabei grinsten die Bandmitglieder fett um die Wette, hatten sichtlich ihren Spaß und gaben einfach alles. Kein Wunder: es war proppevoll vor der Bühne und die Metallians Of Steel vor der Bühne schwelgten in seltener Eintracht zu Erinnerungen längst vergangener Tage. Mit "Kingdom Of Madness" war ein Auftritt zu Ende, der einmal mehr den Unterschied zeigte, zwischen den Bands, die wissen was ihre Fans wollen und denen, die Geld brauchen. Zwei neue Songs gabs übrigens auch noch. Und die fügten sich nahtlos zwischen all die großen Klassiker. Noch Fragen? *****

      UFO sind eine Band, die für die StratoHammerNightEvil-Jünglinge ungefähr soweit weg sind wie Progressiver Kammerjazz mit Streichern und Plastiktuba für Old School-Metaller. UFO werden wahrscheinlich sogar all diese glattgebügelten Mittelschicht-Nachwuchskapellen überleben, denn sie geben einfach nicht auf und kugeln seit mittlerweile sagenhaften 35 Jahren auf den Bühnen der Welt herum. Gut. UFO sind nicht Heavy Metal im Sinne von JUDAS PRIEST oder IRON MAIDEN, UFO sind Hardrock. Doch das sind MOTöRHEAD auch. UFO sind noch da, weil ihre Protangonisten weiterhin Spaß haben. UFO sind zeitlos. Und so wollen sie verstanden wissen. Phil Mogg und Pete Way haben immer noch den Funken Rock'n'Roll im Blut, ganz egal ob sie gerade 100.000 oder nur 1.000 Alben verkauft haben. Und sie werden vermutlich noch in 35 Jahren an ihren Evergreens "Doctor, Doctor" und "Lights Out" gemessen. Gitarrist Vinnie Moore lässt eben auch nicht den Mega-Superstar raushängen, spielt seine Soli ohne Umschweife direkt auf den Punkt, Jason Bonham rastet sogar hinter dem Drumkit aus. Unheimlich. Unheimlich cool. Dass Paul Raymond etwas verwirrt öfters mal einen falschen Song anspielt, wollen wir an dieser Stelle mal hüstelnd übersehen. Bei UFO fliegt die Kuh. Da wälzen sich die Leute mitsamt Gitarre oder Baß auf dem Boden und spielen dort in bester Rock'n'Roll-Manier weiter. Da erhebt sich der Drummer noch von seinem Käfig und haut auf die Glocke. Und dann prosten sie sich gegenseitig zu und trinken darauf, dass man auch noch nach 35 Jahren auf der Bühne richtig cool sein kann. Alle Daumen hoch! ****

      Zeit für Glam-Rock. Zeit für SEBASTIAN BACH, welcher kurzfristig für die gescheiterte WHITE LION-Reunion ins Billing sprang. Was hat so ein Poser denn auf dem Bang Your Head zu suchen? Das war die weitläufige Meinung von vielen. Wie sehr man sich auch irren kann. Bereits mit dem ersten Song "Slave To The Grind" zeigte der ehemalige SKID ROW-Fronter jedem, wo der Hammer hängt: besser als man ihn je in Erinnerung hatte setzte er zum Gesang an. Da muß eine Menge übung und Praxis hinzugekommen sein. Und es folgten weitere Hits: "18 And Life" (vom Großteil des Publikums komplett mitgesungen), "I Remember You", "Youth Gone Wild", "Monkey Business"... und sogar für zwei nette überraschungen war noch Platz: das zusammen mit ACCEPT-Gitarrenzupfer Wolf Hoffmann geschriebene Stücke "Rock'n'Roll" wurde dazu genutzt einige ACCEPT-Klassiker ("Balls To The Wall", "Fast As A Shark"...) kurz anzustimmen. Klasse. Dann wurde noch der Rocky Horror Picture Show-Kult "Time Warp" in "Money Business" eingebaut. Sehr stimmig. Sebastian Bach war bestens bei Stimme, hatte eine sehr gute Begleitband und auf ganzer Linie gewonnen. ****

      TESTAMENT sorgten mit ihrem Thrashmetal der alten Schule anschließend für den nötigen Kontrast. Dass sie fast eine dreiviertel Stunde für den Soundcheck benötigten, obwohl sich der Spielplan durch einige Verzögerungen unter Tage bereits eh etwas nach hinten verschoben hatte, das konnte niemand so recht nachvollziehen. Die Amis um Chuck Billy konterten auf die posigen Klänge eines Sebastian Bach mit einem Best-Of Set quer durch alle Alben, packten "The Haunting", "Practice What You Peach" und "The Ritual" (!) heraus und fegten gut gelaunt wild über die Bühne. Der Klang war trotz des längsten Soundchecks des Festivals allerdings nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, so dass es ein ums andere mal etwas undifferenziert und drucklos wirkte. Böses Blut gab es, als die Veranstal