Aktuelle Live-Reviews

Live-Berichte:


02.10.2016 Storm Crusher 2016-Bericht
06.09.2016 Summer Breeze 2016-Bericht
21.08.2016 Wacken Open Air 2016-Bericht
01.08.2016 Bang Your Head 2016-Bericht


25.09.2015 Summer Breeze 2015-Bericht
27.08.2015 Wacken Open Air 2015-Bericht
28.07.2015 Bang Your Head 2015-Bericht


15.09.2014 Summer Breeze 2014-Bericht
23.08.2014 Wacken Open Air 2014-Bericht
18.08.2014 Bang Your Head 2014-Bericht


05.09.2013 Summer Breeze 2013-Bericht
21.08.2013 Wacken Open Air 2013-Bericht
27.07.2013 Bang Your Head 2013-Bericht


08.09.2012 Summer Breeze 2012-Bericht
13.08.2012 Wacken Open Air 2012-Bericht
25.07.2012 Bang Your Head 2012-Bericht


10.09.2011 Summer Breeze 2011-Bericht
16.08.2011 Wacken Open Air 2011-Bericht
29.07.2011 Bang Your Head 2011-Bericht


08.09.2010 Metallic Noise 2010-Bericht
26.08.2010 Summer Breeze 2010-Bericht
20.08.2010 Wacken Open Air 2010-Bericht
24.07.2010 Bang Your Head 2010-Bericht


28.08.2009 Summer Breeze 2009-Bericht
17.08.2009 Wacken Open Air 2009-Bericht
29.07.2009 Wacken Rocks South 2009-Bericht
28.07.2009 Magic Circle Festival 2009-Bericht
27.07.2009 Bang Your Head 2009-Bericht


20.08.2008 Wacken Open Air 2008-Bericht
30.07.2008 Magic Circle Festival 2008-Bericht
30.08.2008 Summer Breeze 2008-Bericht
18.07.2008 Bang Your Head 2008-Bericht


11.09.2007 Summer Breeze 2007-Bericht
01.09.2007 Wacken Open Air 2007-Bericht
13.08.2007 Earthshaker Fest 2007-Bericht
21.07.2007 Magic Circle Festival 2007-Bericht
30.06.2007 Bang Your Head 2007-Bericht


14.10.2006 LIVE: SATYRICON, DARK FORTRESS
18.09.2006 Summer Breeze 2006-Bericht
09.09.2006 Wacken Open Air 2006-Bericht
13.08.2006 Earthshaker Fest 2006-Bericht


16.09.2005 Summer Breeze 2005-Bericht
03.09.2005 Wacken Open Air 2005-Bericht
13.08.2005 Earthshaker Fest 2005-Bericht
05.08.2005 Bang Your Head 2005-Bericht
07.06.2005 LIVE: LAIBACH


12.10.2004 Summer Breeze 2004-Bericht
01.09.2004 Wacken Open Air 2004-Bericht
29.07.2004 Bang Your Head 2004-Bericht


12.09.2003 Summer Breeze 2003-Bericht
22.08.2003 Wacken Open Air 2003-Bericht
28.07.2003 Bang Your Head 2003-Bericht


01.09.2002 Summer Breeze 2002-Bericht
19.08.2002 Wacken Open Air 2002-Bericht
11.07.2002 Bang Your Head 2002-Bericht
21.02.2002 LIVE: DREAM THEATER, PAIN OF SALVATION


21.08.2001 Wacken Open Air 2001-Bericht
17.07.2001 Bang Your Head 2001-Bericht
28.06.2001 With Full Force 2001-Bericht

  • STORM CRUSHER FESTIVAL - 16.-18.09.2016

  • WACKEN OPEN AIR - 04.-06.08.2016

  • BANG YOUR HEAD 14.-16.07.2016

  • WACKEN OPEN AIR 30.07.-01.08.2015

  • 20. BANG YOUR HEAD - 16.07.-18.07.2015 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2014 - 13.-16.08.2014 - DINKELSBÜHL

  • 25. WACKEN OPEN AIR - 31.07.-02.08.2014 - WACKEN

  • 19. BANG YOUR HEAD - 18.07.-19.07.2014 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE - 15.08.-17.08.2013 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR - 01.08.-03.08.2013 - WACKEN

  • BANG YOUR HEAD - 12.-13.07.2013 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE - 16.-18.08.2012 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR 2012 - 02.-04.08.2012

  • BANG YOUR HEAD 2012 - 12.-14.07.2012 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2011 - 18.-20.08.2011

  • WACKEN OPEN AIR 2011 - 04.-06.08.2011

  • BANG YOUR HEAD 2011 - 14.-16.07.2011 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2010 - 19.-21.08.2010 - DINKELSBÜHL

  • WACKEN OPEN AIR 2011 - 05.-07.08.2010 - WACKEN

  • BANG YOUR HEAD 2010 - 15.-17.07.2010 - BALINGEN

  • SUMMER BREEZE 2009 (13.-15.08.2009, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR 2009

  • BANG YOUR HEAD 2009

  • SUMMBER BREEZE (14.-16.08.2008, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR (31.07.-02.08.2008, Wacken)

  • BANG YOUR HEAD 2008 (27.-28.06.2008, Balingen)

  • MAGIC CIRCLE FESTIVAL, 09.-12.07.2008, Bad Arolsen

  • SUMMER BREEZE (15.-18.08.2007, Dinkelsbühl)

  • WACKEN OPEN AIR (02.-04.08.2007, Wacken)

  • Der Magic Circle Festival 2007-Bericht (07.07.07, Bad Arolsen)

  • Der Bang Your Head 2007-Bericht

  • SATYRICON, DARK FORTRESS (13.09.2006, Bochum Zeche)

  • SUMMER BREEZE 2006

  • WACKEN OPEN AIR 2006

  • EARTHSHAKER FEST 2006

  • Der Summer Breeze 2005 Bericht

  • Der Wacken Open Air 2005-Bericht

  • Der Earthshaker Fest 2005-Bericht

  • Der Bang Your Head 2005-Bericht

  • LIVE: LAIBACH (Köln Kantine, 26.05.2005)

  • Der Summer Breeze 2004 Bericht

      Das Festival

      Trotz einiger Gerüchte nach dem letztjährigen Summer Breeze ist das Festival noch immer am gleichen Ort: im schwäbischen Abtsgmünd. Größer als Wacken und kleiner als Balingen liegt der Ort nicht ganz so leicht zu finden abseits der großen Welt und ist somit ein idealer Austragungsort für ein Open Air, welches nicht nur jedes Jahr die Heavy Metal-Saison im Freien beendet, sondern auch ob des alternativen Billings immer wieder ein Anreiz ist neben den allseits bekannten Größen so einige Newcomer kennenzulernen, welche in der allgemeinen Veröffentlichungsflut leider allzuoft übersehen werden. Das Wetter meinte es dieses Jahr nicht allzugut, bei recht angenehmen Temperaturen gab es sehr oft sehr viel Naß, welches mitunter in Sturzbächen vom Himmel zu fluten schien. Die Veranstalter nahmen's gelassen und konterten mit einigen Lastern Stroh. Die Besuchern nahmen's gelassen und konterten mit Regenumhängen und Gummistiefeln. Und der Wettergott hatte auch ab und an Mitleid mit den eingeweichten Schwermetallern da unten im fernen Abtsgmünd und ließ zwischendurch immer mal wieder die wärmende Sonne durchblitzen. Kleiner Tipp am Rande: bei klarem Wetter kann man über diesem Ort tatsächlich noch die komplette Milchstraße sehen. Ein kleines Wunder für ein Großstadtkind wie mich.

      Donnerstag

      SONATA ARCTICA sind so eine Band, die nach einem starken Debüt immer deutlicher nachgelassen hatten, was die Qualität ihrer Alben betrifft. Ohne jedoch völlige Rohrkrepierer zu veröffentlichen. Das sah das Publikum anders und feierte die Finnen mit gegen Ende der Vorstellung immer deutlicherem Applaus. So wurde am späten Nachmittag kräftig abgerockt mit einem feines Best-Of Programm und der neuen Single "Don't Say A Word" im Gepäck.

      Dass HYPOCRISY live eine Macht sind, ist hinlänglich bekannt. Selten hat die Stimmung so gut gepasst wie an diesem Abend: bei einem blutroten Abendhimmel entfaltete sich das Bühnen-Backtrop in Form von Alien-Köpfen und dem Cover des neuen Albums zusammen mit einer effektiven Lichtshow so richtig gut. Zu einem mittlerweile gewohnten Best-Of Programm gesellten sich u.a. die Stücke "Adjusting The Sun", "Fire In The Sky", "Slaves To The Parasites", "God Is A Lie" und natürlich auch "Roswell 47". Selbst SENTENCED schafften es da nicht, mehr Zuschauer vor die Bühne zu bringen. Lediglich der undiffernzierte Sound war ein Manko, welches bis zum Ende nicht ausgemerzt wurde.

      Schon wieder Finnen! SENTENCED sind in ihrer Heimat längst Megastars und verweilen mit einem neuen Album dort inzwischen gerne einige Wochen auf Platz 1 der Nationalcharts. Doch auch hier im Germanenland werden die Männer mit lustigen Namen wie Ville Laihiala oder Aika Multaa Muistot - halt nee, das ist ja ein Songtitel - immer populärer. Die Headliner des ersten Abends durften beweisen, dass sie diese Kredite völlig zu recht besitzen, dampften gleich zu Beginn mit "The Suicider" und "Sun Won't Shine" in tiefster Endzeitstimmung, kochten das Publikum im weiteren Verlauf mit "Broken", "Brief Is A Light", "Ever-Frost", "Noose" und anderen Stimmungsdrückern weich und hatten dabei ironischerweise sichtlich Spaß daran. Vermutlich lag's auch ein wenig am Wodka, den Ville sich da mehr oder minder regelmäßig nach einigen Songs in größeren Einheiten hinter die nicht vorhandene Binde kippte. Eine große Vorstellung einer mittlerweile großen Band. Als geniale Zugabe wurde die Keule in Form des IRON MAIDEN-Klassikers "The Trooper" ausgepackt. Der kommt zwar auf dem "Greatest Kills"-Album noch etwas schneller und gewaltiger, war aber trotzdem ein sehr hübscher Ausklang.

      Freitag

      EVERGREY aus dem Schwedenländle sind alles andere als "grau", denn mit einer perfekten Mischung aus nachvollziehbaren Hooklines, atmosphärischen Songstrukturen und mehreren Pfund schweren Riffs sind sie eine Mischung aus verspieltem Progressive-Metal der Oberklasse und traditionellem, aber sehr modernem Powermetal. Am Start mit ihrem neuen Album "The Inner Circle" warten EVERGREY weiterhin auf den großen Durchbruch. Der wird aber vermutlich weiterhin auf sich warten lassen. Zum einem sind die Technik-Meister viel zu selten auf Tour um sich einen gewissen Status zu erspielen, zum anderen wollte sich auch auf dem Summer Breeze weder beim Publikum noch bei der Band selbst eine gute Stimmung aufbauen. Nichtsdestotrotz: ich hoffe, dass die Jungs mal aus dem Pott kommen und fleißig Erfahrung sammeln, damit sie uns bald live genauso überzeugen können wie mit ihren Studio-Scheibletten.

      LEAVES' EYES. Komischer Name. Komische Band. Auf den ersten Blick. Hinter dem Namen stecken jedoch allseits bekannte Sternchen des Metal-Himmels: Liv Kristine (ex-THEATRE OF TRAGEDY) und ihr Mann Alexander Krull von ATROCITY, welcher gleich den Rest seiner Band miteingebracht hat. Die Musik indes hat mit den Stilen der Genannten aber wenig zu tun. LEAVES' EYES sind sehr melodisch, haben poppige Melodien und schiffen am äußeren Rande der Definition "Heavy Metal" herum. Liv hat eindeutig eine Entwicklung hinter sich, klingt spürbar kompakter und gereifter als noch zu T.O.T.-Zeiten, Alex stimmt bei einigen Stücken am Mikro mit ein. Die Musiker schaffen es, live sehr nah an ihrem Album "Lovelorn" zu bleiben, dem Publikum gefällt's. Das liegt nicht nur daran, dass das Summer Breeze-Publikum beim stilistisch sehr breit gestreuten Billing eh um einiges toleranter ist als auf anderen Festivals, nein, die Band konnte wirklich überzeugen und so sehen wir mal weiter, was uns die Zukunft noch an feinen Alben bringen wird.

      Beim letzten Studioalbum hat sich Cheffe Andreas Hedlund ein wenig ins seltsame verzettelt. Doch hat er mittlerweile genug Material um zu beweisen, dass VINTERSORG das anspruchsvolle und technisch komplexe Songmaterial auch vor Publikum großartig umzusetzen wissen. Die undefinierbare Mischung aus Folk, Prog, Death und weiß der Geier war hat immerhin Hits wie "Ödemarkens Son" und "Till Fjälls" hervorgebracht. Bis dahin (die beiden Songs waren der große Abschluss) wars noch ein weiter Weg, aber die Minuten vergingen im Fluge, denn 40 Minuten sind nicht viel Zeit, wenn man es mit Perfektionisten zu tun hat. Und das sind Mattias Marklund, Steve DiGiorgio, Asgeir Mickelson und Andreas Hedlund auf der Main Stage auf alle Fälle. Auch wenn die Musiker über weite Teile des Auftritts scheinbar den Begriff "Stageacting" nicht in ihrem Wörterbuch hatten, steigerte sich die Stimmung vor der Bühne bis hin zu einem spontanen Moshpit. Überraschung geglückt.

      SODOM aus'm Ruhrpott und gleich danach TANKARD aus der Mainmetropole. Der Tod für alle Biermetaller. So verteilte Tom Engelrippchen zwischen seinen Alltime-Hits "Outbreak Of Evil", "Napalm In The Morning", "Remember The Fallen" oder "Der Wachtturm" sogar Bier in den ersten Reihen. Das ist wahre Fan-Nähe. Ich erinnere mich noch an die ersten Jahre von SODOM, die live noch deutlich weniger zu ertragen waren als auf ihrem Debüt. Ich nannte sie "die VENOM vom Ruhrpott". Seit "Agent Orange" schon gehören sie neben KREATOR, DESTRUCTION und mittlerweile eindeutig mit eingeschlossen: TANKARD zur absoluten Speerspitze des deutschen Heavy Metal. Und international muss man sich längst nicht mehr vor Konkurrenz fürchten. Speziell dann nicht, wenn ein Gig so gut gelingt wie heuer in Abtsgmünd. Mit "Die stumme Ursel", "Aber bitte mit Sahne" und "Bombenhagel" klingt das Thrash-Fest bei bester Laune aus. Eine hohe Messlatte für...

      ...TANKARD: die nahmen das Anspiel gerne auf und torkelten das angeheiterte Publikum mit "Dead Men Drinking", "Die With A Beer In Your Hand", "Under Friendly Fire", "Endless Pleasure" oder "Space Beer" ins Halbkoma und sorgten für beste Stimmung. Der dicke Gerre zeigte wie üblich sein Bauchfleisch und -fett, machte kultige Ansagen und schaffte es sogar, dass ein BH auf die Bühne flog. Man muss also keineswegs Tobias Sammet heißen, um derartiges zu erleben. Was für eine gute Nachricht für unzählige Nachwuchsbands. Wer sich die Musiker genauer betrachtet, wird feststellen, dass TANKARD sich spieltechnisch vor KEINER Band verstecken müssen. Das hört man auch ihrem aktuellen Album "Beast Of Bourbon" an, welches bereits jetzt zu den Referenzwerken der besten Thrashalben gehört. Eine leider arg unterschätze Band, welche aber jedesmal aufs neue beweist: Image ist nur Fassade.

      Das ursprüngliche Seitenprojekt-Konglomerat aus CANNIBAL CORPSE- und OBITUARY-Musikern ist längst eine feste Größe geworden im internationalen Todesmetall-Bereich: SIX FEET UNDER waren allerdings noch nie für ihr hervorragendes Fegen über die Bühne bekannt oder für große Shows. Sie sind in erster Linie eine gnadenlose Bolzfabrik ohne viele Kompromisse. Das zeigten sie auch an jenem Abend, an welchem man sich plötzlich um Agilität auf der Bühne bemühte und auch darum, die Fans zu animieren. Ein großer Fortschritt, denn Stücke wie "Hacked To Pieces", "War Is Coming" oder "When Skin Turns Blue" auch unbedingt benötigt hatten. Es war rattenvoll vor der Bühne und als am Ende der AC/DC Klassiker "TNT" erschallte, gab es entgültig kein halten mehr. Nur schade, dass Chris Barnes weder singen noch wirklich überzeugend rülpsen kann. Aber: nobody is perfect. Nunja, Ausnahmen bestätigen die Regel...

      Samstag

      Die Saupreiß'n PARAGON dümpeln bereits seit Anfang der 90er im nationalen Untergrund herum. Seit ihrem dritten Album "Chalice Of Blood" (1999) kennt man sie immerhin auch außerhalb von Hamburg. Mit ihrem 2002er Meisterwerk "Law Of The Blade" (Hymnen: "Palace Of Sin", "Across The Wastelands"...) lieferten sie sogar ein dickes Ausrufezeichen ab, was sie aber leider danach nicht mehr ganz so überzeugend halten konnten. Und so stehen sie als einer der Opening-Acts am Samstag immer noch am Anfang ihrer bereits so langen Laufbahn, geben vor einem viel zu kleinen Publikum wirklich alles und sind sehr um gute Stimmung bemüht, was sich auch auszahlt und einige noch müde Seelen aufweckt. Auf die 30 Minuten Spielzeit gestreckt werden drei Dinge klar: die Band hat viel Live-Erfahrung, das Songmaterial ist teilweise mehr als nur gutklassig aber: mit einer Mischung aus Power- und Speedmetal mit leichtem Teutoneneinschlag hat man es alles andere als leicht, auf einem gnadenlos übersättigten Markt noch eine Nische für sich selbst zu finden.

      EQUILIBRIUM sind einer der großen Überraschungen der letzten Zeit: ausgerechnet Bayern spielen Viking-Blackmetal, haben einen hörbaren skandinavischen Einschlag und das auch noch mit deutschen Texten. Wieder mal eine Nische gefunden. Doch den Erfolg der Band auf allein dieses zurückzuführen, wäre ziemlich ungerecht. Die Band hat nur ein Demo benötigt für einen Plattenvertrag und das Debütalbum gehört in jede vollständige Sammlung. So jung, so neu und schon so professionell, als währen sie alte Hasen präsentierten sich EQUILIBRIUM zu viel zu früher Stunde. Es sollte bis zum Abend dauern, bis wieder soviel Publikum vor der Bühne stand, als es hier der Fall war. Und das auch noch bei strömendem Regen. Respekt. Wieder einladen. Nächstes Jahr!

      Niemand kennt Devon Grave. Aber Buddy Lackey kennen viele. Dabei ist Letzeres nur sein PSYCHOTIC WALTZ-Pseudonym gewesen. Mit DEAD SOUL TRIBE hat er nach dem Ende einer der genialisten Prog-Metal Kapellen des Universums eine neue Heimat gefunden, die leider auf dem Summer Breeze äußerst ungünstige Bedingungen vorfand: zuerst kam die Band viel zu spät, um dann doch noch mit nur fünf Minuten Verspätung anzufangen, dann regnete es nicht gerade wenig und somit wurde wie dieses Jahr leider öfters hier wieder vor viel zu wenigen Leuten gespielt. DEAD SOUL TRIBE stellten ihr neues Album "A Murder Of Crows" vor, dessen Songs zwar weiterhin hochkomplex, aber inzwischen um einiges eingängiger sind als auf dem Debüt. Zum Schluss gab's noch 'nen Song vom kommenden Album. Wollen viele nochmal sehen. Und zwar ohne Regen.

      HONIGDIEB sind mir sehr suspekt: "Sir Hannes Smith", seines Zeichens Begründer dieser obskuren Konstellation, ist einerseits ein echter Lebenskünstler: als Geschäfsführer von Idiots Records, Besitzer eines Kaffeehauses und Frontmann der PHANTOMS OF FUTURE ist "Herr Schmidt" bereits ziemlich beschäftigt. Das hinderte ihn keinesfalls daran, mit HONIGDIEB eine weitere Gelegenheit zu schaffen, sich zu verwirklichen.

      Es ist schon bizarr und manchmal macht es einem Angst. Aber die besten und abwechslungsreichsten deutschen Metal-Bands kommen nun seit so einigen Jahren aus den östlicheren Teilen unserer Heimat, welches einstmals "Mitteldeutschland" genannt wurden. DISILLUSION spielen so eine Mischung aus allen möglichen Stilen, ohne einen neu zu erfinden: Akkustik-Metal, gepaart mit Thrash und ähm... ja... man sollte es Progressive-Metal nennen. In einigen Jahren *g* / DISILLUSION nahmen, um ihr bisher einziges Album ordnungsgemäß unters Volk zu bringen, die Musiker der Band DARK SUNS mit dazu und zockten das anspruchvolle Material zu ACHT auf der Bühne. Dabei gab es sogar immerhin noch Stageacting. Unfassbar. Unfassbar interessant noch dazu. Das Publikum war sehr angetan und die Fans, die die Band kannten, waren erst recht aus dem Häuschen. DISILLUSION schafften das beinahe Unmögliche und setzen ihre komplettes Debütalbum von Anfang bis Ende so ziemlich 1:1 um. Und das live. Und nahezu fehlerfrei. Respekt.

      Man könnte böse sein und die Bayern SCHANDMAUL als Trittbrettfahrer der ost-importierten Mittelalter-Fraktion zu titulieren. Doch die sechs haben mittlerweile ihren eigenen Stil gefunden und damit auch ihre Daseinsberechtigung. SCHANDMAUL konzentrierten sich in Abtsgmünd darauf, einen harten und sehr metallischen Auftritt zu bieten, ließen dabei einige sehr schöne langsame Stücke leider weg. Als einige der ganz wenigen Kapellen wurden sie dabei fast durchgehend von Sonnenschein begleitet und gaben auf der Bühne einfach alles. Eine DER Bands, die sehr dicke Pluspunkte kassierte. Und AUCH bei DEN Zuschauern, die sie bisher NICHT kannten. Weiter so.

      ENSIFERUM sind eine weitere Band mit einem höchst genialem weil eigenständigem und neuartigem Debüt, welche es nicht schafften da noch eins draufzulegen. Ihr Zweitwerk "Iron" ist zwar alles andere als übel, jedoch nicht unbedingt hochklassig. Umso erstaunter ist man, wie viele Fans dann doch anwesend waren und wie homogen die Band auf der Bühne agierte. Innerhalb von kürzester Zeit (mehr als ein paar Monate waren das nicht) haben die Humppa-Folkmetaller - ach leckt mich doch am Arsch mit diesen ganzen Unter-Sub-Sub-Sub-Übersubgenres - ihr Auftreten gnadenlos nach vorne korrigiert, hart an sich gearbeitet und sich um mindestens 300% verbessert. Das tat zwar dem Stageacting und der Publikumseinbindung etwas weh (quasi nur in kleinsten Ansätzen vorhanden), aber nicht der Darbietung. Denn so fähig und konsequent gab es ENSIFERUM vorher noch nie.

      Ich weiß langsam nicht mehr, was ich über BRAINSTORM noch schreiben soll. Sie sind immer gut drauf, immer bemüht sich und das Publikum in Ekstase zu versetzen. Sind so angestrengt, nicht angestrengt zu wirken und dann tun sie es doch immer wieder: sie wirken altbacken, durchschnittlich, austauschbar. Haben einige sehr gute Songs, die leider genauso schnell wieder aus dem Ohr sind wie sie dort reingekommen sind, wollen immer das beste für ihre Fans (die es ihnen gewiß sehr oft danken) und scheitern dennoch immer in der höchsten Kategorie: "Wer braucht diese Band?". Ich würde sagen: "Niemand." - wie immer.

      Hundertachtunzwölfzigtrillionenachthundertvierundfünfzig Milliarden Male hat man ihn bereits gesehen: U.D.O. - den ehemaligen ACCEPT-Schreihals mit der könglich-ostfriesischen Armee-Uniform. Udo kann mittlerweile so richtig aus dem Vollen schöpfen, was geilstes Songmaterial betrifft. Nicht nur der wie ein allmächtiger Schatten über allen Solo-Veröffentlichungen stehende ACCEPT-Backkatalog, nein, auch wenn die Alleingänge bei weitem nicht immer Klassiker-Status erlangten, so gab es doch auf jeder Scheibe mindestens drei, vier Songs mit Kult-Ambitionen. So kam da über die Jahre eine ganze Menge zusammen. Und dann gabs da ja auch noch die beiden großen Alben "Animal House" und "Holy", wobei Udo speziell mit letzterem bewiesen hatte, dass auch in der Spätphase seines bisherigen Schaffens immer wieder mit ihm zu rechnen ist. Das Wetter war sau mies, es schüttete teilweise aus Eimern, manchmal regnete es "nur" ordentlich und nur in kurzen Stücken ließ dieses Sauwetter ein wenig nach. Das hatte natürlich Konsequenzen: es war nicht ganz so voll wie man es sonst auf einem U.D.O.-Auftritt gewohnt ist. Ich spare mir hier die ganzen ACCEPT- und U.D.O.-Klassiker nochmal alle durchzukauen, aber spätestens bei der Zugabe "Fast As A Shark" (schnellste Version, die ich je gehört habe), bewegten plötzlich ganz viele Leute vor der Pain Stage, die auf PRIMORDIAL warteten, ihre ganzen Körper in Richtung Main Stage und stiegen teilweise sogar ordentlich dazu ein. Wenn das mal nicht bedeutet, dass an jenem Abend noch so einige Neukunden hinzugekommen sind.

      Die irischen Black-Metaller mit ihren tollen Folk-Melodien hatten wahrlich keinen leichten Stand nach U.D.O., doch gelang es ihnen von der ersten Sekunde an bereits einige Funken Magie ins Publikum zu schleudern, die sich im weiteren Verlauf des Auftritts zu einem wahren Feuerwerk mutieren sollte. PRIMORDIAL sind da! Zwar etwas blutverschmiert, aber mit bester Laune. Wie die Berserker tobte die Meute über die Bühne und dazu gab es bei strömendem Regen u.a. "Gods To The Godless", "A Journeys End", "The Heretics Age" und natürlich "To Enter Pagan". Während auf und vor den Brettern alles gegeben wurde, war der Sound leider stellenweise nicht mehr als solcher zu titulieren. Schade schade. Der Stimmung tat's jedenfalls keinen Abbruch.

      Zusammen mit U.D.O. wohl der Headliner des Tages: Glenn DANZIG. Zwischen beiden Auftritten lagen Welten. Welten so groß wie ihre Musik unterschiedlich. Während der gute Udo sich nicht scheut sich sowohl in der Mixed Zone blicken zu lassen als auch auf so manchem Festival mal kurz im Publikum unterzutauchen, lässt Glenn Danz